Bunte Ostereier in traditionellen Techniken färben

In der Lausitz ist das Bemalen und Verschenken von Ostereiern uralte Tradition und ein sehr beliebter Brauch. Die sorbischen Ostereier werden mit charakteristischen Ornamenten kunstvoll geschmückt. Seit vielen Generationen schon werden die Symbole und Muster weitergegeben, die Dekorationen weiterentwickelt.

Die Sorben verwenden beim Ostereierschmücken traditionelle Techniken wie Wachsbatik-, Wachsbossier-, Kratz- oder Ätztechnik, die vielfach variiert werden. Dabei ist die wohl häufigste Methode die Wachsbatik.

Bei Pysanka (Ableitung von pystay, ukrainisch = schreiben) handelt es sich um die ukrainische Form des Ostereis. Das Ei wird wie bei der Batiktechnik mit Wachs symbolhaft “beschrieben“.

Wachsbatiktechnik
Die Technik mit Wachs ist das am häufigsten verwendete Verfahren des Ostereierverzierens. Wie bei den Batikbildern in Wachstechnik werden mit heißem flüssigem Wachs Muster und Symbole auf das Ei aufgetragen. Beim Eintauchen in die Farbe nehmen die mit Wachs abgedeckten Linien und Flächen keine Farbe an. Auf diese Weise können wunderschöne mehrfarbige Eier entstehen. Am Ende wird das Wachs vorsichtig über einer Kerze angeschmolzen und mit einem Papiertuch abgewischt.

Sorbisches Osterei in traditioneller Batikwachstechnik
Osterei mit Wachstechik

Wachsbossiertechnik
Die Wachsbossiertechnik ist im Gegensatz zur Reserviertechnik nicht so aufwändig. Beim Wachsbossier Verfahren werden die Eier mit farbigem Wachs, verziert. Die mehrfarbigen Motive mit Buntwachsen aufgetragen liegen reliefartig ähnlich wie 3 D-Muster erhaben auf der Eierschale. Im Gegensatz zur Wachsbatik entfällt hier das Färben und Entfernen des Wachses.

Sorbisches Osterei in traditioneller Wachsbossiertechnik
Osterei in Bossiertechnik

Kratztechnik
Bei der Kratztechnik werden die Eier zunächst satt gefärbt. Die Ornamente werden mit einem spitzen Gegenstand z.B. Messer eingekratzt.
Die Eier sollten möglichst harte Schalen haben, da unterschiedliche Farbtöne allein durch die Höhe des Druckes erzielt werden. Diese Technik ist sehr zeitaufwändig und recht anstrengend.

Sorbisches Osterei in traditioneller Kratztechnik
Osterei in Kratztechnik

Ätztechnik
Die Ätztechnik ist älter als die Kratztechnik. Auch hierbei werden die Eier zunächst, allerdings nicht so kräftig, gefärbt. Anschließend wird die Farbe der Motive mit Säure weggeätzt. Diese Technik stellt große Anforderungen an das Können und wird nur noch in wenigen Familien gepflegt.

Sorbisches Osterei in traditioneller Ätztechnik
Osterei in Ätztechnik

Mischtechnik
Bei der Mischtechnik werden die oben beschriebenen Techniken kunstvoll miteinander kombiniert auf einem Ei angewendet. Die traditionelle Batikwachstechnik kann beispielsweise mit einer Widmung oder Spruch in der Kratztechnik vollendet werden.

Wer die verschiedenen Techniken selber ausprobieren und mehr darüber lesen möchte, findet in www.sorbische-ostereier.de eine wunderbare Webseite zum Thema. Unter „Techniken“ werden die oben aufgeführten Verfahren sehr ausführlich beschrieben. Daneben finden Sie Schritt für Schritt Anleitungen. Die Ostereier in der Galerie sind allesamt Kunstwerke. Außerdem erfahren Sie Niederlausitzer Osterbräuche und die Geschichte des Ostereies.Die oben gezeigten vier Bilder sind Beispiele und der Webseite „Sorbische Ostereier“ entnommen. Ich danke Katrin Günther und Maik Köllnick für die freundliche Genehmigung.Ich wünsche fröhliches Ostereier bemalen,
uschis-batiken.de

Meine Buchtipps:
Bunte sorbische Ostereier

Mit Kindern basteln. Ostereier färben, bemalen und verzieren

Kleine sorbische Ostereierfibel

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Ein Kommentar Leave a comment.

  1. batiken ist echt cool, der neu trend bri mir.

    gruß


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